Idyllische Kreuzfahrt-Ziele an Mittelmeer-Küsten

am 19. September 2016

Nauplia – Pfeifenmacher, Ziegenkäse, Festungen

 

Die älteste und schönste Stadt Griechenlands soll Nauplia sein. Rechts auf dem Peloponnes gelegen in einer geschützten Bucht. Wir haben 10 Stunden Aufenthalt, wieder ein schöner Sonnentag um die 28 Grad. Wir stolpern über einen Autoverleih und entschließen uns los zu fahren. Zuvor noch schnell in einer kleinen Rösterei einen richtigen Kaffee trinken, das haben wir auf dem Schiff schon etwas vermisst.  

 

Unsere Fahrt startet in Richtung Epidauros, zum größten und best erhaltensten Amphitheater der Welt. Die Schnellstraße wird bald langweilig und wir biegen ab in Richtung Dorf auf einem Hügel. Vorbei an einer Ziegenfarm und einigen Obstplantagen. Wir sehen vor allem Granatäpfel und Kaktusfeigen. Im Dorf Giannouleika dann in der Nähe der Kirche ein großes Schild, das selbstgemachte Tabakpfeifen verspricht, bei einem der Häuser. Wir halten an und betrachten das Schaufenster. Viele schöne Pfeifen in allen Größen, Farben und Formen.

 

 

Inzwischen ist auch der Schnitzer eingetroffen, ein sehr netter älterer Herr. Er spricht Englisch und erklärt uns, dass er die Pfeifen aus Wurzelholz schnitzt. Wir sind uns nicht sicher ob er nur Olivenwurzel verarbeitet oder auch andere - die Farben der Pfeifen verweisen eher auf Vielfalt. Die Damen haben Lust auf Pfeifen und lassen sich die Modelle für Damen zeigen. Helga entscheidet sich für eine gerade Form in Brauntönen, Lydia nimmt die wie bei Sherlock Holms gebogene in Rottönen. Jetzt ab in die Werkstatt. Hier werden die Pfeiffen aufpoliert und gestopft. Ein erster Test ergibt gute Glimmfähigkeit und gutes Rauchverhalten der Damen.

 

 

Fröhlich Pfeife rauchend geht unser Pfeifenmacher mit uns zusammen zum Nachbarhaus. Hier wird bester Käse hausgemacht, aus Ziegen- und Schafsmilch. Eine Art griechischer Pecorino. Wir dürfen probieren und die Ziegen und Schafe im Stall bewundern. Wir bewundern auch noch den Backofen, in dem jede Woche einmal Brot für den Familienbedarf gebacken wird. Wir nehmen einen dicken fetten runden Käse mit und bekommen noch ein selbstgebackenes Brot und Weintrauben geschenkt, die wir selbst abschneiden dürfen. Versorgt werden wir von zwei Damen; die ältere, so stellt sich heraus, war immerhin 95 Jahre alt und arbeitet auf dem Hof noch mit, die andere sicherlich mehrere Generationen jünger. Unser Pfeiffenschnitzer erzählt uns noch, dass er 500 Olivenbäume hat und füllt uns eine Flasche ab. So haben wir jetzt ein leckeres Picknick beieinander.

 

 

Wir fahren weiter nach Epidaurus und kommen auf einem riesigen Parkplatz mit Dutzenden Bussen an. Unsere Motivation für alte Steine schwindet schnell und wir nehmen reißaus in Richtung Epidaurus Altstadt. Dort durchstreifen wir das kleine Städtchen, kosten sehr leckeres Bio-Olivenöl aus erster Pressung, schwatzen einem Restaurantbesitzer ein Löffelchen Salz für's Olivenöl ab und kaufen ein kleines Glass, damit wir beim Picknick unser Brot in Olivenöl eintunken können.

 

Auf der Rückfahrt nach Nauplia stärken wir uns mit Trauben, Brot, Olivenöl und Salz. Unterwegs entdecken wir in Arkadiko noch eine uralte Mykenische Brücke.

 

 

Zurück in Nauplia geht es erst mal 999 Treppen hoch zum Fort Palamidi. Scherz! – Wir sind mit dem Auto hoch gefahren. Das Fort zieht sich wehrhaft über den ganzen Berg und gleicht ein bisschen der Chinesischen Mauer. Es gilt als das wehrhafteste Fort auf der ganzen Welt. Gebaut zwischen 1690 und 1714 galt es als Schutzschild gegen die Türken, wurde aber dennoch von diesen 1714 eingenommen. 1822 ging es wieder an Griechenland. Nauplia war dann auch die erste griechische Hauptstadt des neu gegründeten Staates Griechenland, bis es von Athen abgelöst wurde.

 

 

Zurück in Nauplia dann eine kleine Infotour mit dem Auto durch die hübschen schmalen Gassen, der dann ein Spaziergang folgte. Kaum zu glauben, dass man hier tatsächlich Auto fahren darf – die Straßen so eng, dass einige Gäste im Straßenrestaurant näher an ihren Tisch rücken müssen, damit wir vorbei kommen, oder wir manchmal den Eindruck haben, wir könnten Einkäufe gleich vom Autofenster aus erledigen.

 

Nauplia hat wirklich einen ganz eigenen Charme, eine idyllische typisch griechische Stadt mit sehr schönen, hübsch verputzten und bunt bemalten Häusern mit Balkonen und Terrassen. Alles kommt bunt und fröhlich kommen. Das Ganze wird noch unterstrichen durch wunderhübsche kleine, unaufdringliche, aber sehr hübsch dekorierte Läden mit vielen „Hinguckern“. Dazu eine passable Größe, die einem viele Aus- und Einsichten garantiert. Hier könnte man es eine Weile aushalten.

 

 

Ein wirklich schöner und ausgefüllter Tag geht wieder zu Ende und findet auch noch einen ziemlich coolen Ausklang in lauer Sommernacht bei einem schmauchigen Pfeifchen an Deck.

 

Bei uns geht es aber weiter, zu einem sehr ungewöhnlichen, von Kreuzfahrern sonst nie angefahrenen Ziel: Wir fahren zum Berg Athos, in die Autonome Mönchsrepublik Athos.

 

Bis zum nächsten Bericht dann beste Grüße

Lydia Häufele und Bernd Jans