Idyllische Kreuzfahrt-Ziele an Mittelmeer-Küsten

am 16. September 2016

Sorrent - Limoncello mit Vesuv-Blick

 

Sorrent, die Stadt an der Steilküste, mit Blick auf den Golf von Neapel, bis hin zum Vesuv. Wir nähern uns mit dem Schiff der Stadt. Wie eine Burg thronen die Gebäude auf der Steilküste, direkt auf den Klippen. Die schönste Aussicht, die man auf diese Stadt haben kann – bei ungläubigem Staunen, dass dies alles hält und nicht schon längst ins Meer gerutscht ist.

 

 

Die Felsen teilweise durchlöchert, natürliche Auswaschungen und Höhlen vor allem dort, wo das Meer heftig anbrandet. Dazwischen immer wieder Ausgänge von Felsentunneln, die von der Stadt oben hinunter ans Meer führen – keiner wundert sich, wenn hier in früheren Zeiten Schmuggler zuhause waren. An wenigen Stellen gibt es steile Abstiege von oben, in den Fels der Steinküste geschlagen, zum Teil durch Höhlen führend, seit Jahrhunderten genutzt.

 

Wir sind angekommen an der Steilküste der Amalfiküste, die als die schönste Küste Italiens bezeichnet wird, an der die besten und aromatischsten Zitrusfrüchte wachsen, vor allem Zitronen, aber auch alle Arten von Orangen, Pampelmusen, Pomelos oder auch die

selten gewordene Ur-Orange, die Pomeranze.

 

 

Unser Schiff kann hier nicht anlegen, es geht auf Reede und wir tendern. An einer Stelle ist die Steilküste kurz unterbrochen. Hier stehen einige Gebäude, hier ist der Zugang zur Stadt. Rechts von uns reihen sich unzählige Strandhäuschen auf. Es ist ein sehr kleiner und schmaler Strand, ergänzt mit vielen künstlichen Plattformen, auf denen das Strandleben stattfindet.

 

Wir beschließen, die Stadt zu erkunden – die Alternative wäre, ein Stück die Panoramastraße entlang der Amalfi-Küste zu fahren, zum Beispiel zum kleinen Fischerort Positano mit den kuppelförmigen Dächern, oder in die andere Richtung nach Pompeij oder Herculaneum, in die vor fast 2000 Jahren beim Ausbruch des Vesuvs zerstörte Städte, wo es noch erstaunlich gut erhaltene Häuser und Villen, Tempel und Thermen und viele Zeugnisse des damaligen Alltags zu entdecken gibt.

 

 

Ein öffentlicher Bus bringt uns eine steile Straße, die durch einen schmalen Einschnitt in der Steilküste führt, zur Stadt hinauf. Hier erwartet und eine mehr als quirlige Stadt. Die Menschen wuseln geradezu kreuz und quer durcheinander – Einheimische und Kreuzfahrtgäste, denn gleichzeitig mit uns liegt eines der großen Kreuzfahrtschiffe auch auf Reede vor der Stadt.

 

Sorrent war früher bekannt für Intarsien – Wanddekorationen und Bilder, feinst gearbeitet aus verschiedenen Hölzern, ebenso Möbeln. Besondere Stücke aus vergangenen Jahrhunderten gibt es in Museen zu sehen; einige wenige Handwerker findet man noch in den kleinen Gassen. Interessant ist es für uns zu sehen, dass die vielen Kirchen ebenso filigran mit Intarsienarbeiten geschmückt sind, allerdings aus Stein, aus verschiedensten Marmorarten. In den Kirchen fallen auch die großen Krippen auf, die nicht nur in der Weihnachtszeit stehen – ganze Krippenlandschaften sind aufgebaut mit vielen Szenen, die das Alltagsleben der Entstehungszeit der jeweiligen Krippe wiederspiegeln.

 

 

Wir gehen weiter durch ein paar kleine Straßen, entdecken dabei ein Geschäft, in dem vor allem Limoncello und Limoncello-Produkte verkauft werden. Im Gespräch mit dem freundlichen Verkäufer stellt sich heraus, dass es ein kleinerer Produzent aus der Region ist. Er erklärt uns, wie man guten Limoncello erkennen würde – der übrigens nicht aus Zitronensaft, sondern Zitronenschale hergestellt ist, ausmacht: zuerst muss er den Mund mit Zitronenaroma füllen, danach muss man die Süße und zugleich den Alkohol

schmecken, schließlich muss er den Magen wärmen. Wir probieren – und kaufen. Auch ein paar Mandeln, die mit einer nach Limoncello schmeckenden Schokolade umhüllt sind. Den Walnuss-Likör, den er uns auch probieren lässt und der ebenso

eine lokale Spezialität ist, lassen wir lieber im Laden – der schmeckt doch etwas zu streng.

 

 

Wir gehen weiter spazieren, kommen an ein paar Kirchen vorbei, von denen es in jeder italienischen Stadt unzählige zu geben scheint. Sorrent scheint eine sehr heirats-freudige Stadt zu sein; bei unserem kleinen Spaziergang kommen wir an drei richtig groß aufgemachten Hochzeiten vorbei – eine davon im aus dem 13. Jahrhundert stammenden Kreuzgang des Franziskus-Klosters, eine auf einer Aussichtsplattform über den Klippen, eine vor einem schicken Hotel.

 

 

Oben in der Stadt stellt sich übrigens heraus, dass die großen prächtigen Gebäude, die direkt auf der Steilküste stehen, fast

ausschließlich ziemlich herausgeputzte Hotels sind, mit Aussichtsterrassen zum Meer hin. Inzwischen regnet es ziemlich heftig. An diesem Tag wechseln sich Sonnenschein und Regen ab. Als die Sonne wieder herauskommt, nutzen wir einen der steilen Abstiege bis hinunter ans Meer – und Lydia kann sich nicht bremsen und schwimmt noch eine Runde.

 

 

Mit dem Tender geht es zurück zum Schiff. Die See ist deutlich rauher geworden, es schaukelt nicht schlecht. An Bord erwartet und

eine Nachricht, die uns gar nicht gefällt: Wir können wegen des Wetters auf Capri nicht anlegen. Somit geht es wieder an Land, für einen Nachmittag mit weiteren kleinen Entdeckungen in Sorrent. Capri sehen wir leider nur eher Schemenhaft in den Abendstunden, beim vorbeifahren.

 

Bei uns geht es dann weiter zu den aktivsten Vulkanen Europas - zu den liparischen Inseln.

Bis zum nächsten Bericht dann beste Grüße

Lydia Häufele und Bernd Jans