Auf Kreuzfahrt nach Island und Grönland

Unsere nördlichste Begegnung mit Grönland:

Grönland - Die Disko-Bucht

 

Zunächst mit schöner Sicht auf die Küste, dann durch dichten Nebel geht es über den Polarkreis hinaus zur Disco-Bucht. Zunächst ein Seetag. Durch den Kapitän wird ein wenig die Hoffnung geschürt, dass das Wetter in der Bucht doch noch mitspielen würde.

 

Am späten Nachmittag fahren wir hinein in die Bucht. Das Wetter bessert sich. Starker Wind, aber weitgehend blauer Himmel. Kalt ist es nicht, der Kapitän meldet später, dass er als höchste Tagestemperatur gar 22 Grad gemessen habe, aber es ist eben enorm windig. Wir packen uns dick ein, denn wir wollen möglichst lange draußen an Deck bleiben. Wir wollen viel sehen, schließlich ist die Bucht dafür bekannt, dass hier im Sommer die meisten Eisberge zu sehen sind, und sich hier auch die meisten Wale aufhalten.

 

 

An diesem Tag sprechen die vielen Fotos, die wir machen, für sich. Eisberge in unterschiedlichsten Größen und Formen, manchmal wie ein kleiner schwimmender Berg, aber viel öfters mit Formen wie aus einem Skulpturenpark übernommen. Einen davon umrundet unser Schiff, in schönstem Abendlicht – ein Eisberg, deutlich höher als unser Schiff, und das ist etwa 45 Meter hoch. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass bei einem Eisberg nur etwa 10 % aus dem Wasser ragen, kann man sich vorstellen, was für ein Koloss das war.

 

 

Am Ufer sehen wir von weitem eine kleine Siedlung, die zu den nördlichsten Grönlands gehört. Besiedelt wurde diese Gegend nach den Wikingern zunächst vor allem durch Walfänger, dann durch die Minenarbeiter, die hier im Kohlebergbau eingesetzt waren.

 

Der eine oder andere Wal ist zu sehen. Nicht so viele davon, wie man sich erhoffte. Aber doch immer wieder hier und dort eine kleine Fontäne aus dem Wasser, dann ein Teil des Kopfes oder eine Rückenflosse. Einige Kreuzfahrer haben äußerst konsequent den Finger am Auslöser des Fotoapparates gelassen und auch etwas vom Wal erwischt – wir haben diese Stressübung mit Walsuche, diesen mit dem Foto fixieren, mit dem Zoom versuchen etwas heranzuholen, damit mehr zu erkennen ist, dann auf den Auslöser drücken und ein Foto der Wasseroberfläche zu machen, weil der Wal schon längst wieder weg ist, irgendwann bleiben lassen. Lieber schauen und das Gesehene genießen. Viele Eisberge, wenige Wale.

 

 

In der Bucht ist es sehr ruhig. In der Ferne sehen wir ein Fischerboot. Bei der Ausfahrt aus der Disco-Bucht begegnet uns tatsächlich das erste Kreuzfahrtschiff auf unserer Reise – und das ist nicht einmal ein „richtiges“ Kreuzfahrtschiff, sondern ein russisches Expeditionsschiff, besonders eistauglich, das auch Passagiere mitnimmt.

 

 

Am Folgetag hören wir, dass sich noch eine ganze Gruppe Wale beim Schiff aufgehalten hat. Mit auf unserer Reise dabei ist auch Lothar Funk – er hat sich die Mühe gemacht und tatsächlich ein paar Wal-Schnappschüsse geschafft. So richtig in Pose haben sich die Tiere nicht gelegt, aber zumindest gut sichtbar gezeigt – schön dokumentiert auf den Wal-Fotos, die im Newsletter von ihm zu sehen gibt. Aber zu dem Zeitpunkt waren wir leider auf der Kabine.

 

 

Unsere Fahrt geht weiter in den nächsten Ort auf Grönland, Sisimiut.

 

So viel für heute und beste Grüße bis zum nächsten Reisebericht

Lydia Häufele und Bernd Jans