Auf Kreuzfahrt nach Island und Grönland

Unser erster Hafen:

Stavanger - norwegischer Flair pur

 

Wir sind unterwegs auf großer Reise – unsere Kreuzfahrt führt uns über Norwegen nach Island, Grönland, auf dem Rückweg noch einmal nach Island, zu den Orkney Inseln und nach Schweden. Mit der AIDAaura starten wir in Kiel – gleich zum Start als besonderes Highlight bei der Ausfahrt gleich drei AIDA-Schiffe in Parallell-Fahrt nebeneinander her, die AIDAvita, die AIDAluna und die

AIDAaura, im schönsten Sonnenuntergang.

 

 

Nach einem Seetag unser erster Hafen, Stavaner - norwegischer Flair pur. Kurz vor Acht, Nieselregen. Nach Einfahrt in den Fjord liegt unser Schiff direkt an der alten Stadt, in Sichtweite der Altstadt mit der Kathedrale. Sofort herunter vom Schiff. Stavanger begrüßt uns mit schneeweißen Häuschen, die sich dicht gedrängt in der Altstadt tummeln.

 

 

Nach einem ersten Kaffee hellt sich der Himmel auf und es geht weiter. Unser Spaziergang Richtung Ostre Havn führt uns durch zauberhafte Gässchen mit knallbunt bemalten Holzhäusern und niedlichen Lädchen und Kaffees. Reizend.

 

Leider war verweilen nicht angesagt, denn der Regen hatte uns wieder eingeholt. Wir retten uns ins Kolumbus Hafengebäude. Von hier aus gehen die örtlichen Schiffsverbindungen ab.

 

 

Eine kurze Nachfrage ergab, dass in Kürze ein Schiff eine zweistündige Runde durch die Schären fährt, im Linienverkehr, der die kleinen bewohnten Schäreninseln verbindet. Warum nicht eine Runde mitfahren, da sitzen wir wenigstens im Trockenen. Keine halbe Stunde später auf dem Schiff wird der Himmel am Horizont immer heller und 10 Minuten später stehen wir oben auf Deck bei strahlendem Sonnenschein und genießen Landschaft, Fahrtwind und die Aussicht auf die angefahrenen versteckten kleinen Ortschaften. Erstaunlich viel Landwirtschaft bekommen wir zu sehen, auf See beziehungsweise im Fjord Fischfarmen, an Land Schafherden und Gewächshäuser. Eine herrliche Fahrt.

 

Zurück in Stavanger ist es hier auch aufgeklart und wir stärken uns beim Bäcker. Ausgezeichneter Capuccino, leckere Brötchen – Wasser, Butter und Marmelade dazu ist für alle umsonst. Die Himbeermarmelade schmeckt so lecker, dass ich (Lydia) mein leckeres dick Butter beschmiertes Brötchen in Streifen schneide und eintauche. Hmmh!!!

 

Frisch gestärkt laufen wir immer der Nase nach und kommen ins kleine afrikanische Viertel. Leider kann ich Bernd nicht für die schönen afrikanischen Kleider begeistern. Danach kommen viele thailändische Restaurants. Es geht ständig bergauf und oben dann herrliche Sicht auf den Hafen und die Brücken von Stavanger.

 

Jetzt heißt es weitergehen, mal auf den Plan schauen, denn wir wollen noch die Kathedrale und die Altstadt sehen. Den Berg hinunter geht es zum Breiavanet, einem großen See mitten in der Stadt mit Springbrunnen, Parkbänkchen, vielen Möwen und Blumen. Dahinter erhebt sich die Kathedrale.

 

 

Die St. Svithun Kathedrale ist eines der Wahrzeichen Stavangers. 30 Kronen Eintritt. Es lohnt sich. Die Gründung der Stadt Stavanger und auch der Bau der Kathedrale fallen mit der Ernennung zum Bischofssitz 1125 zusammen. Der Altarraum ist noch im romanischen Stil erhalten, entstanden im frühen 12. Jahrhundert. Nach einem Brand 1272 wurde die Vorhalle im gotischen Stil

erbaut. Neben der wunderschönen Architektur gefallen vor allem die wundervollen Holzschnitzarbeiten aus dem 17. Jahrhundert. In liebevoller Kleinarbeit mit herrlichen, teils auch lustigen Details, wird hier biblische Geschichte erzählt. Die besonders prächtige Kanzel erzählt die komplette Bibelgeschichte von Adam und Eva bis Christi Himmelfahrt. Unglaublich verspielt und engelbestückt.

 

Tritt man aus der Kathedrale heraus hat man eine wunderbare Sicht auf das Hafenbecken mit seinen vielen großen und kleinen Schiffen. Linker Hand stehen zwei alte Museumsschiffe. Wie immer war uns der Zufall gewogen und wir haben es geschafft, obwohl nicht zugänglich, eines der Schiffe zu besichtigen. Der nette Herr vom Marinemuseum, der es betreut, freute sich über unser Interesse und unsere Begeisterung.

 

 

Wir besichtigten die Rogaland. 1929 in Stavanger gebaut, diente sie zuletzt als Lazarettschiff. Bei einem feindlichen Angriff 1943 wurde das Schiff durch eine große Explosion schwer beschädigt. Bei der Wiederherstellung wurde der Dampfantrieb durch einen Dieselmotor ersetzt. Anfang des Jahres diente das Schiff als Filmkulisse für einen neuen Hollywoodfilm, der nächstes Frühjahr raus kommen soll. Besonders beeindruckend der Maschinenraum und die Brücke – der Kapitän steuert das noch fahrbereite und für besondere Anlässe eingesetzte Schiff immer noch mit den alten Instrumenten aus der Entstehungszeit des Schiffes, einschließlich des Steuerrads, dessen Anforderungen über viele Wellen und Zahnräder zum Ruder übertragen werden.

 

 

So, noch 45 Minuten Liegezeit, also nichts wie auf in die „Altstadt“. Klitzeklein, dichtgedrängt, weiß bemalt und mit üppigem

Blumenschmuck geziert erfreuen die kleinen Gässchen der Altstadt alle Besucher. Es ist eine Freude zu sehen, mit wieviel Liebe die Bewohner ihre meist kleinen Holzhäuschen pflegen und wunderhübsche Gärtchen anlegen, um alles noch liebenswerter

erscheinen zu lassen. Einziger kleiner Wermutstropfen: Sobald man den Blick nach rechts wendet türmt sich hinter den Häuschen die AIDAaura auf, da der Pier direkt vor der Altstadt liegt. Auch noch interessant, in der ganzen Altstadt gibt es nicht ein Lädchen oder Café.

 

Zum Schluss richtet sich unser Blick noch auf eine lustig bemalte große Wand des Hafengebäudes. Bernd entdeckt mich liegend mit einer Kamera in der Hand. Die Ähnlichkeit mag jetzt jeder selbst feststellen.

 

 

So, der erste Hafen hat uns schon viele Eindrücke und Begegnungen beschert. Besonders angenehm der Eindruck, dass hier alles nicht so hektisch zugeht wie bei uns, dass man sich Zeit nimmt, auch für Touristen, die dumme Fragen stellen oder z. B. nicht wissen, mit welchem Code man die Toilettentür öffnen kann.

 

Bis zum nächsten Bericht beste Grüße

Lydia Häufele und Bernd Jans